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zum neuen jahr

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Liebe Schreibfreund*innen, mit den Worten der Bloggerin Maria Eifrig wünsche ich euch ein gutes neues Jahr Herzlichst Eure Elisabeth Klempnauer, Silvester 2020 Bild: Pixabay                   Wieder ein Jahr vorbei Kein Feuerwerk, keine Raketen Ein Jahr, das viel verlangte Wir können stolz sein Wir haben durchgehalten Das neue Jahr hat begonnen Ruhig und besonnen Ein Jahr, was wird es bringen Wir haben viel Mut Wir werden durchhalten Positives übernehmen wir Negatives lassen wir zurück Wir leben hier und jetzt Wir freuen uns auf 2021 Was immer es bringt Maria Eifrig , Dezember 2020

Der kleine Kümmerling

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Es ist sebstverständlich in der Vorweihnachtszeit eine Tanne auf dem Hof Tannenhaus zu schlagen. Hier werden die schönsten Tannenbäume der ganzen Umgebung angeboten. Mitten unter den Tannen befindet sich ein Bäumchen, das von allen "kleiner Kümmerling" genannt wird. Im letzten Jahr wollte ihn keiner haben. Er war, ist zu klein. Kümmerlings Anstrengungen schneller zu wachsen waren vergeblich. Er träumt davon als Weihnachtsbaum in einem Wohnzimmer zu leuchten. Täglich werden viele Bäume verkauft. In Kümmerlings Umgebung wird es leerer. "Ich kleiner Kümmerling werde niemals ein Weihnachtsbaum. Alle wollen einen 2 m Baum. Mich mit meinen 1,23 m will keiner haben." Dann passiert es. "Papa, guck mal. Der Baum ist perfekt, genauso wie Oma ihn haben will." "Paul, du hast recht. Ein kleiner Baum, gerade gewachsen mit einer schönen Spitze, passend für Omas Weihnachtsstern. Wir sollten ihn nehmen." Dann ging es schnell. Pauls Vater nimmt eine Axt und mit we

Wo kämen wir denn da hin? (authentisch, biografisch - gestern erlebt)

Siebzigzwanzigzwanzignull. Habe ich richtig gewählt? Tuut, tuut, oh ja: „Praxis Doktor Oschnitzki, guten Tag! Was kann ich für Sie tun?“ „Guten Tag, mein Name ist Buitkamp, ich hätte gern einen Termin.“ „Um was geht es denn?“ „Also, ich habe zwei Probleme, ein akutes und ein chronisches.“ „Und um welches davon soll es gehen?“ „Um beide.“ „Das geht nicht, nennen Sie eins.“ „Hm, aha, also, was meinen Sie denn, welches ich nehmen soll?“ „Das ist egal, irgendeins.“ „Dann nehme ich das akute.“ „Und das wäre?“ „Ich habe mir vor zwei Monaten bei der Gartenarbeit einen Dorn ins Fingergelenk gejagt, links rein, rechts raus, oben in den Grundknöchel des rechten Mittelfingers. Der Dorn ist komplett raus, aber das ist da jetzt so geschwollen, dass ich dachte, ich sollte es mal untersuchen lassen.“ „Na, ich bin mir nicht sicher, ob der Doktor Ihnen da helfen kann, er ist ja Orthopäde.“ „Genau, deswegen möchte ich gern, dass er da mal draufguckt, denn beim Chirurgen war ich schon, und der würde das

Weihnachten 2020

geweiht die Nacht dem Heiligen Verlust für viele die Gabe kostbar Nichts weniger als das Leben Anita Oefinger

Advent 2025

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   „Oma, wie haben die Kinder denn damals Weihnachten gefeiert?“   Meine kleine Enkelin schaut mich mit ihren strahlend blauen Augen fragend an:
 „Wenn Sie keine Weihnachtslieder singen durften, hat sie das Christkind doch gar nicht gehört!“ 

Sie ist ganz empört über das, was sie eben während der Übungs-stunde der „Chor Kids“ erfahren hat. Sie ist erst seit kurzem dabei und das mit einer unglaublichen Begeisterung. Sie hat eine klare, helle Stimme und singt alle Lieder gleich auswendig mit. Vor allem die Weihnachtslieder haben es ihr angetan und sie würde am liebsten mehr als 1x in der Woche zum Singen gehen. Ich darf sie immer am Gemeindesaal abholen und schleiche mich meistens schon etwas früher hinein um gut versteckt im Flur noch ein wenig zuzuhören. Heute hat der Chorleiter, ein junger Mann mit schwarzen Locken und Gitarre, erzählt, wie das vor 5 Jahren während der Coronapandemie war: Keine Chorproben, überhaupt kein gemeinsames Singen. Es gab keine Weihnachtskonzerte oder Advent

Corona kreativ - was sonst!

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    (c) Ulla Granseuer

Ge Mein Sam

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gemalt von Elfriede Lenzen  

Irgendwann...

Irgendwann werde ich wissen Wie es gewesen sein wird Dann blicke ich auf diese Zeit zurück Lächle erschöpft Weil sie hinter mir liegt Und freue mich Dass ich noch da bin Gundula Buitkamp

hallo krise

hallo krise was willst du von mir ziehst mir den boden weg wirfst mich in die luft lässt mich fallen in ungeahnte abgründe Knall oder sanfte Landung überleb ich das hallo krise du knetest mich wie einen mürbeteig formst mich neu walzt mich aus bis ich ganz dünn bin und fast zerfalle vor schmerz hallo krise du schnitzt mit scharfem messer splitter fliegen und späne du kennst meine konturen willst auf etwas hinaus was ich nicht kenne du schälst mich frei wenn ich dir nicht zerbreche wer werde ich sein vielleicht mehr ich denn je Gundula Buitkamp

Normalzeit

Es war einmal eine Zeit, die alle als Normalzeit bezeichneten. Gemeint ist die Zeit, bevor das Coronavirus über uns kam. Es wurde gefeiert, getanzt, gelacht. Kinder tummelten sich auf Sport- und Spielplätzen. Während den Pausen hörte man ihr Lärmen auf dem Schulhof. Erwachsene verbrachten Wochenenden in Diskotheken, auf Schützenfesten, bei Sportevents, überall da, wo es was zu feiern gab. Die freie Zeit war gefüllt mit Vergnüglichem.  Corona, Corona, du hast unsere Normalzeit zerstört! Es wird besser. Das Coronavirus ist unter Kontrolle. Die Normalzeit ist nicht mehr fern. Halt, Stopp! Corona, Corona, du bist zurück und die Normalzeit ist wieder weit weg. Was ist eigentlich normal? Wenn wir Zeit so akzeptieren, wie sie ist, ist die Corona Zeit eine Normalzeit. Unser Leben hat sich verändert. Maske tragen ist nicht schlimm. Wir haben uns daran gewöhnt. Abstand halten ist üblich. Wir vergessen es nur noch selten. Jede Zeit, ist immer eine Zeit, in der wir leben. Heute leben wir in der Co

Weltbrand

Rauch über meinem Tisch Aus Moria Familie weg Zelt weg Frau rennt Welt brennt Ru ß   an meinem Himmel Aus Kalifornien Sonne verhangen Menschen bangen Präsident pennt Wald brennt Rauch an meinem Weg Aus einem Mülleimer Gummi stinkt Flamme winkt Schlund zerfetzt Tief verletzt Welt im Eimer Nebel über meinem Morgen Nun ins   Wasser   mit den Sorgen Zug um Zug Nie genug Und es zischt Brand erlischt W elt   Erfrischt Neuer Tag Will Kommen (Gundula 9/2020)  

Weglassen oder Bleiben?

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Was man alles weglassen kann: Zeitung zum Frühstück Milch im Kaffee Sahne zum Kuchen Wein zum Essen Chips zum Bier Schokolade beim Fernsehen Was bleiben muss: Kaffee zum Frühstück Nachrichten im Fernsehen Bücher zum Lesen Freunde treffen Spielende Kinder Haustiere Was man alles weglassen kann: Waffen Kriege Krankheiten Unwetter Unfälle Verbrechen Was bleiben muss: Träume Liebe Freundschaft Feuerwehr Polizei Ärzte Maria Eifrig , September 2020 Bild: Biljana Jovanovic auf Pixabay  

Alle Knochen wissen es zu erzählen

Nun will der Herbst sein Regiment einführen Es ist zwar kühler, aber drückend Der Regen kann nicht wie er sollte Aber alle Knochen wissen es zu erzählen, Dass es Änderungen geben wird. Ich kann ein Lied davon singen.   Briefzeilen einer 100-Jährigen

Heimkehren

Eine Geschichte zum Schreibimpuls "Man kann heimkehren, wenn man denn begreift, dass ‚heim‘ ein Ort ist, an dem man noch nie war" (Zitat von Ursula K. Le Guin) ***  Sie ist auf der Flucht, bleibt nie lange an einem Ort. Hat keine Freunde, keine Verwandten, ist ganz allein. Schon manchem Baum hat sie ihre Geschichte erzählt. Bäume sind verdammt gute Zuhörer - unterbrechen nicht, kritisieren nicht, hören zu, mehr nicht. Sie ist zufrieden, hat einen gut bezahlten Job, arbeitet gern, oft 10 bis 12 Stunden am Tag. Sie ist bei ihren Kunden beliebt, viel unterwegs. Leider hat sie wenig Freizeit, aber das macht ihr nichts aus. Ihr Freund arbeitet genauso viel. "Wir sind glücklich!" Dann lernt sie es kennen, das Covid-19. "Verdammt, verdammt - ich hasse dich." Erst stirbt ihr Freund, dann die Eltern. "Covid-19, ich hasse dich." Alle drei haben Wochen lang mit dem Tod gekämpft. Er hat gewonnen. Was für ein Verlust. Wegen der Coronaregeln für Krankenhäuser

Es ist, wie es ist!

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Corona, Corona, Du bist wieder da. Du wolltest uns verlassen, Wurdest schwächer. Es wurde gelockert. Endlich! Feiern, feiern, Viel zu eng, na und? Urlaub, Urlaub, Weit weg, na und? Die Unvernunft siegt. Schade! Du kommst zurück. Wirst wieder stark. Schaffen wir es nochmal? Was soll ich sagen? Es ist, wie es ist! Maria Eifrig , August 2020 Bild: Alexandra_Koch  auf  Pixabay  

Ein Foto, zu dem man schreiben könnte

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Es war einmal ein großes rotes Lastauto mit der Aufschrift: "Wir bewegen, was Sie bewegt" ... Elisabeth Klempnauer

Believe (in) us

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Ich glaube an Menschen, dachte ich früher, heute nicht mehr, sie sind böse, lügen und betrügen, zerstören unsere Welt für Geld, nur für Geld. Ich glaube an Menschen, manchmal, sie helfen einander, arbeiten ehrenamtlich, kümmern sich um Schwache und Kranke, helfen in der Not, sammeln Geld, tun Gutes. Ich glaube an mich, nicht immer, zweifel oft an mir, gebe andern die Schuld, manche wollen helfen, ich kämpfe lieber allein, such neue Wege, finde sie, bin zufrieden, ich glaube an mich. Maria Eifrig , Juli 2020 Foto: yogesh more, Pixabay

Läusekampf

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Foto: Hans Braxmeier, Pixabay Mein Garten, der Läusekampf "Was für eine Katastrophe." Ich bin fassungslos. "Was ist passiert?" Der Römersalat, die Paprikapflanze, die Radieschen, ihre Blätter sind ruiniert. Täglich wird's schlimmer. Dann sehe ich sie, kleine schwarze Punkte, Blattläuse! Sie haben meine Plantage überfallen. Sie sitzen auf allem, was grün ist. Ich bin den Tränen nahe und habe nur einen Wunsch "weg von hier". Eine Runde mit meinem Rollstuhl, den Kopf frei bekommen, den Frust abbauen. Es fällt mir schwer. Ich verbrachte viel Zeit in meinem Garten, hatte eine Menge Arbeit und Spaß und jetzt das. Erst abends im Bett werde ich ruhiger. Im Internet informiere ich mich, wie ich die unerwünschten Gäste los werden kann. Ich entscheide mich für eine Wasser-Spülmittel-Lösung zum Töten der Schmarotzer und zum Abschrecken Lavendel, Bohnenkraut, Salbei und Rosmarin, verteilt zwischen den Pflanzen. Der Kampf beginnt.  Was für ein Nervenkrieg. Ich sprüh

Jeder Tag...

Jeder Tag ist sehr sehr selten so lautet ein Lieblingssatz von Hans Jochim Gelberg Und in diesem Sinne wünsche ich euch allen, nah und fern, einen selten schönen Tag! Hans Joachim Gelberg, Autor und Verleger, ist in diesem Mai mit knapp 90 Jahren gestorben. Ich liebe seine Anthologien, vor allem Wo kommen die Worte her?

heimkehren

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(c) Elisabeth Klempnauer Vor einer Woche erlebte ich im Garten von Schloss Senden eine außergewöhnliche Dichterlesung. Die derzeitige Regionenschreiberin des Münsterlandes, Charlotte Krafft , las aus ihren "Momumenta" *. Das ist kein Schreibfehler. Es heißt tatsächlich so und ist eine Wortschöpfung aus Monument und Moment, so die Autorin. Die Betonung liegt auf dem Prozess, Monument/Denkmal als denk mal! Charlotte Kraffts "Momument I" beginnt mit dem Zitat von Ursula K. Le Guin : Man kann heimkehren, wenn man denn begreift, dass ‚heim‘ ein Ort ist, an dem man noch nie war Dieses Zitat ist gleichzeitig mein heutiger Impuls: mit oder ohne Stift in der Hand, zu Hause oder unterwegs, diesen Worten nachzuspüren... Ich wünsche dir/euch erhellende Momente! Elisabeth am 28. Juni 2020 *Die "Momumenta" von Charlotte Krafft sind im Kontext des Projektes "

Luftdurst

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Ich wusste gar nicht, wie doll ich atmen will. Oder muss. Wie doll ich, wie doll ein Mensch atmen muss! Die Maske saugt sich an den Nasenlöchern fest. Ich trete in die Pedalen und fahre bergauf. Da kommt nicht genug Luft durch den hübschen Stoff mit dem Notendesign. Habe ich geschenkt bekommen, weil ich Musikerin bin; habe mich sehr gefreut, wirklich. Ist der denn dreifach genäht? Kann sein. Meine Nase saugt und zieht: Luft, mehr Luft! Es geht nicht. Ich steige ab. Das Fahrrad zieht mich zurück, die Einkaufstaschen sind so schwer. Aber das Ding muss ab. Ich fummele nach den Ösen hinter den Ohren, die Sonnenbrille kommt auch gleich mit. Der Riemen des Helms sorgt dafür, dass nichts runterfällt. Gut, dass ich Helm trage. Aber was nützt es, den Kopf beim Sturz zu schützen, die Augen vor der Sonne und die Leute vor meinen Gesichtsemissionen? Nun baumelt alles am Kinn, irgendwie verhakt in der Schnalle. Ich habe solche Lust auf Luft! Trinken möchte ich sie! Oh, wie freut sich mein schwitzen

CORONA 4

Nicht müde werden… … sondern dem Wunder, leise, wie einem Vogel, die Hand hinhalten. Hilde Domin Ich sehe viele kleine Wunder, erlebe viele kleine Glücksmomente, am Wegesrand meines Lebens, fühle in mir, in Körper, Geist und Seele, die Kostbarkeit des Lebens, ein großartiges Geschenk. So sollte es sein, für jeden von uns. So wird es auch sein, für viele von uns. So ist es nicht, für manche von uns, die von Armut, Krankheit, Ausweglosigkeit, begleitet werden, zu müde, zu abgestumpft, zu hasserfüllt, um aufzustehen und zu leben. COVID 19 ist dort zu finden, wo zu viel Enge ist, zu viel Armut, zu wenig Lebensraum, zu wenig Perspektiven, zu wenig von zu vielem. Nicht müde werden, und dem Wunder, leise, wie einem Vogel die Hand hinhalten. Hilde Domin Ich bin nicht zu müde, um an Wunder zu glauben… Ulla Granseuer am 25.6.2020

Mein Garten, meine Wohlfühloase

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(c) Jens Kannenberg Ein Gestell aus Tischböcken und Brettern, vollgestellt mit Blumenkästen, runde, längliche, große und kleine, das ist er, mein Garten. Seit Jahren habe ich ihn mir gewünscht. Jetzt ist er Wirklichkeit. Früher hatte ich einen "richtigen" Garten, eine Fläche von ca. 20 qm. Einen Garten, wo man sich bücken musste um in Erde zu wühlen. Ich liebte es, wenn die Hände in die Erde tauchten und die Finger die Erdklumpen zerdrückten. Es fällt mir schwer dieses Gefühl zu beschreiben. Erde schenkt uns Leben. Pflanzen durchbrechen zaghaft die Erdoberfläche, werden größer und kräftiger. Würmer graben sie um, sorgen für luftigen, lockeren Boden. Du bist Acker-, Mutterboden, enthältst organische Substanzen und bist als Erdreich unser Lebensraum, Erde ein Planet in unserem Sonnensystem. Dann zog sie bei mir ein, erlaubte mir nicht meinen "richtigen" Garten weiter zu bearbeiten. Ich musste zusehen, wie er immer mehr vergammelte. Schließlich wurde die Erde planiert

Schreibimpuls: Woran glaubst du?

Das diesjährige Droste-Festival widmet sich dem Thema GLAUBEN und trägt den Titel :                                                                Believe (in) us      5 Lesebürger*innen haben in einem interaktiven Schreibprozess zusammengetragen, woran sie glauben. So ist dieses INTRO entstanden. Und das war erst der Anfang... Das Thema hat uns gepackt... Meine Anregung heute für dich/für euch: Erstelle ein eigenes Glaubensbekenntnis in Form eine Liste mit dem wiederholenden Zeilenanfang "Ich glaube an..." Ob allein oder im kreativen Prozess mit anderen, bei einem Spaziergang, im Gottesdienst, am Familientisch, im Homeoffice..., nimm die Anregung ein wenig mit in deinen Alltag. Es ist eine Gelegenheit für mehr Bewusstheit und für anregende Gespräche. Elisabeth am 21. Juni 2020

Zwanzigzwanzig

Euch umarmen Noch nicht Chorsingen Noch nicht Fahren wohin ich will Noch nicht Ins Konzert Noch nicht Endlich wieder auf die Bühne Noch nicht Echtes Publikum Noch nicht Schwimmen in der Halle Noch nicht Ich zu dir Noch nicht Er hatte es schon ich Noch nicht Ich weiß Noch nicht Wir alle wissen alles Noch nicht Sag mal ganz oft Noch nicht Noch nicht noch nicht noch nicht Nochnichtnochnichtnochnicht Zwanzigzwanzig ist nämlich Das Nochnichtjahr Und es ist Noch nicht Zu Ende Noch nicht Gundula Buitkamp am 21. Juni 2020

Sandalen kaufen

Auf der Straße tummeln sich schon wieder viele Menschen. Sie essen Eis und drängen sich auf den Bürgersteigen. Ihre Unbefangenheit wundert mich. Das ist ja fast wie früher … Ich betrete das Kaufhaus, greife mir einen Plastikkorb und gerate in eine völlig andere Welt. Leere Rolltreppen rauschen von einem Geschoss ins andere. Niemand fährt mit. Außer mir. Das ist nicht normal. Mein Gesicht macht es sich gemütlich im Mundschutz. Warum macht der mich eigentlich so schläfrig? So hoch ziehe ich sonst nur meine Bettdecke, bevor ich die Augen zumache. Ich stehe dösend auf der Rolltreppe. Die letzte Stufe verschwindet unter mir im Boden und wirft mich unsanft ab. Ich brauche Trekkingsandalen. Aber es gibt nur genau ein Modell Herrensandalen ab Größe 42, das war´s. Ich würde sie ja nehmen, wenn ich Füße hätte wie ein Herr. Zu gerne würde ich diesen klinisch toten Laden unterstützen. Ungläubig schleiche ich um das Regal herum. Es kann doch nicht sein, dass ich in der Outdoor-Abteilung des größten

Johannimarkt

Jeder m/w/d hat einen anderen Vater. Mein Vater liebte den Mittsommertag. Dort wo er zuhause war, nennt  man diesen Tag Johannistag. Bunte Händler kommen, schon zweihundert Jahre und mehr, in den sonnigen Ort an der Schweizer Grenze. Wieder-Begegnungen und Fröhlichkeit gibt es zu den angebotenen Waren. Einmal war auch ich dort, an so einem Tag. Ich besuchte das Leben meines Vaters. Es hat mir gefallen. Immer am Johannistag leuchtet es mir nach. Seine Seele reicht jetzt bis in den Norden. Anita Oefinger , 19.6.2020

Ganz von der Rolle

Nachdem Pastor Orans in mindestens zehn Lebensmittelläden und Drogerien seiner Stadt vergeblich nach Klopapier gefragt hatte, gönnte er sich eine Verschnaufpause in der christlichen Buchhandlung, wo sein Freund Legens sofort sein Buch aus der Hand legte und ihm einen Cappuccino zubereitete. Legens sah Orans an, dass ihm etwas fehlte. Deshalb fragte er ihn: „Na, was fehlt dir denn?“ „Klopapier fehlt mir“, sagte Orans. „Bald gehen die Gottesdienste wieder los, unsere liebe Frau Purgans ist in Quarantäne und kann sich um nichts kümmern, und auf den Gemeindehaustoiletten sind nur noch drei Rollen. Ich muss irgendwo Klopapier auftreiben.“ Orans seufzte, doch in Legens´ Augen funkelte es. „Du kommst wie gerufen! Ich war kreativ während der Schließzeit. Pass mal auf, ich zeige dir meine verrückte Idee. Das hier habe ich erfunden und drucken lassen.“ Er griff schnell unter seinen Tresen und stellte eine Rolle Klopapier vor Orans ab. „Was sagst du dazu?“ „Naja, das ist Klopapier – aber nur eine

CORONA 3

Flucht in Traumwelten, in vergangene Zeiten, Sehnsucht, unendliche Sehnsucht… In Büchern eintauchen, in Erzählungen, in Bildern versinken, Phantasie, Erinnerungen und Wirklichkeit werden eins. Eine Auszeit, aufgezwungen, abgelehnt, zögernd angenommen. Zur rechten Zeit Muße, Ruhe und Stille, Freundlichkeit und Freude, Zeit zur Besinnung. Aus meinem Reichtum schöpfen, mich erinnern und verschenken… Und doch… Angst und Sorge bleiben, wann kommt die zweite Welle, Tsunami oder sanft verlaufend? Sorglosigkeit, Leichtfertigkeit nehmen zu, Dummheit der Politiker, Drohungen und Wadenbeißen, Ablehnung der Maßnahmen, in Fragestellung der Vorschriften, Verneinung der Pandemie, Verschwörungstheorien, Demonstrationen, Kriminalität, fehlende Menschlichkeit, Ausbeutung, stehen in großen Lettern vor uns, sind die Balken in unserem Auge. Durch Raum und Zeit, über alle Entfernungen hinweg… meine Kerzen brennen, meine guten Wünsche sind auf dem Weg … Der Frühling lacht dem Sommer entgegen, heißt ihn willk

CORONA 2

Nein, keine Krone, keine Krönung, kein Märchenkönig, kein Erlkönig, kein Prinz Eisenherz, keine Himmelskönigin, keine Schneekönigin, keine Eisprinzessin, keine Königin der Nacht. Nein, keine Krone, für nichts und niemand. Es wird nichts beschönigt, nicht drumherum geredet, nennen wir „es“ beim Namen: COVID 19. COVID 19 lähmt, legt still, schickt Krankheit und Tod, hält uns den Spiegel vor, schafft Parallelwelten für mich, für andere? Dieser wunderbare Frühling, die Fürsorge und Nächstenliebe, das Miteinander und Füreinander, Singen und Musizieren in Höfen und auf Balkonen, Beifallklatschen für Berufsgruppen, die Achtung und Respekt, auch monetär, schon längst verdient haben und voller Ironie und Abwehr, erschöpft und müde, abwinken… Staatliche unkomplizierte Hilfe, der Ideenreichtum im Netz, nicht nur aufmunternd, musikalisch, kirchlich, fürsorglich, auch betrügerisch, ausnutzend, menschenverachtend. Parallelwelten… Kriminelle Energien erwachen und kriechen aus dem Dunkel ans Tageslich

Was man alles weglassen kann...

Heute begegnete mir ein Gedicht, das mit den Zeilen beginnt: was man alles weglassen kann... Diese Inspiration von Jutta Piehler möchte ich hier gerne aufgreifen und dazu einladen, ein eigenes Gedicht zu schreiben. Hierzu eignet sich vorzüglich die Listenform. Einfach ein Blatt zur Hand nehmen und notieren: was man alles weglassen kann: ... ... ... usw. und dann eine Liste anschließen von all dem, was bleiben muss: ... ... ... usw. Zum Schluss, wenn es sich ergibt, ein oder zwei Zeilen für ein Fazit. Und wie immer, bist du herzlich eingeladen, deine Liste hier mit anderen zu teilen. Elisabeth am 11. Juni 2020

Aus dem Tagebuch eines Geheimsängers

8. Juni 2035 21:00 Uhr: Mal wieder Glück gehabt, die Jäger haben uns nicht festnehmen können. Unser Fluchtweg über die versteckte Außentreppe des Kellerraums und durch die Zaunlücken im Park war unsere Rettung. Außerhalb des Zauns verteilten wir uns in den umliegenden Wohnstraßen und gaben uns den Anschein harmloser Spaziergänger oder von der Arbeit heimkehrender Familienväter und -mütter. Allerdings müssen wir uns nun endgültig ein neues Probenversteck suchen – noch einmal wird das SJK (Sänger-Jäger-Kommando) sich nicht an der Nase herum führen lassen. Für unsere älteren Mitsänger*Innen wird es auch langsam zu gefährlich. Die ständige Anspannung und spontane Fluchtbereitschaft zehrt an den Nerven und lässt die Singstunde für manch einen zur Qual werden. Wir jungen Sänger*Innen machen uns eher einen Sport daraus, das SJK zu verwirren und wir finden auch immer wieder neue Locations für unsere verbotenen Proben. Aber ohne unsere „Alten“, die uns immer wieder von der Zeit erzählen, bevor

Schreibimpuls: Bilder aus der Natur und die Kraft des Dreizeilers

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Wähle eines dieser Fotos aus und notiere dazu, was dir in den Sinn kommt. Fasse danach deine Gedanken in 3 Zeilen, so knapp wie möglich, um die Essenz herauszuschälen. Gib deinem Dreizeiler eine Überschrift. Und last but not least: teile deinen Dreizeiler gerne hier in diesem Blog. Elisabeth am 6. Juni 2020

Frohe Pfingsten!

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Frohe Pfingsten!

... dem Wunder leise die Hand hinhalten

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(Foto: Elisabeth Klempnauer - Bank auf der Insel Föhr) . .. dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten Hilde Domin   aus dem Gedicht "Wahl" Das folgende Foto hat Ulla Granseuer beigetragen (c) Ulla Granseuer

Poetische Momente

Es ist die Zeit nun, daß im Wald der Nachtigallen Lied erschallt, folglich die Zeit, wo man am wenigsten der mindestens geistigen Nähe werther Personen entbehren kann. … Wüßten Sie, wie schön es jetzt so recht draußen ist (nicht vor ihrem Mauritz-Thore, wo die halbe Stadt promenirt, allen Staub lebendig und alle Vögel stumm macht), sondern hier, so recht auf dem Lande, wie voll Frieden und Sonnenschein, Lerchenwirbel und Nachtigallengesang. …  Zwar fehlen dem Jahr noch die Früchte frisch vom Strauch gepflückt, die vollständige Belaubung und der fast berauschende Duft, mit dem späterhin Rosen und Syringen, Gewürzstrauch und Reseda die Luft füllen werden, aber doch verbreitet das junge Laub einen höchst lieblichen Geruch. …  Ich saß auf der Bank am Hause, ließ mir von den Nachtigallen vorsingen, von der Luft zuwehen und war ganz und gar Sybaritisch* gestimmt.  Warum ist man wohl so ungeneigt zu poetischen Arbeiten in so höchst poetischen Momenten? Ich denke wohl, weil der Genuß den re

Die heilige Zitronenrolle

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Nie hätte ich gedacht, dass dieses Kuchenstück einmal zum Highlight des Tages mutieren könnte. Es ist sozusagen die Belohnung dafür, dass ich etwas Anstrengendes hinter mich gebracht habe. Aufgrund meiner körperlichen Einschränkungen ist für mich schon ein Spaziergang im Park, ein Zoobesuch oder längeres Laufen anstrengend. Dabei kann ich meinen Rollator jetzt in Corona Zeiten aufgrund der Abstandsregelung nicht unbedacht an Menschen vorbeischieben, sondern muss dabei immer im Blick haben, dass ich ihnen nicht zu nahekomme. Sowohl die körperliche wie auch die psychische Anstrengung kostet mich doppelte Kraft. Da kommt meine Zitronenrolle ins Spiel: Wenn ich nach einem Ausflug zuhause wieder erschöpft in den Sessel oder auf einen Stuhl sinke, ist mein erster Griff zum Kuchenteller. Es mag albern erscheinen, aber vor meinem Weggang stelle ich zurzeit einen Teller mit einem abgeschnittenen Stück der tiefgefrorenen Zitronenrolle zum Auftauen auf einen Tisch in Reichweite. So geht das s

fahrzeit

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ich fahre und fahre und weiß nicht wohin quer durch's blaukreuzwäldchen dauert es ein weilchen. ich fahre und fahre und weiß nicht wohin die sonne brennt auf'm rücken das virus verjagt mücken. ich fahre und fahre und weiß nicht wohin gelenkt durch bunte pfeile geht's durch die einkaufsmeile. ich fahre und fahre und weiß nicht wohin meine maske ist zu haus deshalb fällt einkaufen aus. ich fahre und fahre und weiß nicht wohin cafés, restaurants sind zu kein ort für ein rendezvous. ich fahre und fahre und weiß jetzt wohin ich fahre heim weg von dem keim. ich fahre und fahre und weiß jetzt wohin sammel berge von energie für's leben nach der pandemie. Maria Eifrig , Mai 2020

Videosprechstunde

Therapeut:  Hallo? Patient:      ...  ...  ... T:    Hallo? ...  Sind Sie da? P:    Oh, hallo! … Können Sie mich sehen? T:    Ja. Sie sind etwas verpixelt, aber ich kann Sie sehen. P:    Okay. Ich dachte schon, ich hätte beim Einwählen was falsch gemacht. T:    Nein, alles gut. Es ist ja auch gerade erst halb sieben. Pünktlich also. P:    Na, man weiß ja nicht...diese Technik ist ja für mich neu. T:    Hat doch alles gut geklappt... P:    Ja... T:    Wie geht’s Ihnen heute? P:    Hmm...ach... ich weiß nicht. T:    ...???... P:    Ist gerade ein bisschen ungewohnt... diese Situation. T:    Das verstehe ich. P:    ... T:    Wir hatten ja gesagt, wir probieren es einfach mal aus. P:    Okay... T:    Haben Sie das mit den Aerosolen gehört letzte Tage? P:    Äh... dass der Virus durch die Atemluft...   / /   T:   Trotz Maske kann der... P:    .... T:    .... P:    Kann es sein, dass wir eine Zeitverzögerung drin haben? T:    Hmm... ein bisschen vielleicht. P:    ...  ... ... T:    Was haben