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Normalzeit

Es war einmal eine Zeit, die alle als Normalzeit bezeichneten. Gemeint ist die Zeit, bevor das Coronavirus über uns kam. Es wurde gefeiert, getanzt, gelacht. Kinder tummelten sich auf Sport- und Spielplätzen. Während den Pausen hörte man ihr Lärmen auf dem Schulhof. Erwachsene verbrachten Wochenenden in Diskotheken, auf Schützenfesten, bei Sportevents, überall da, wo es was zu feiern gab. Die freie Zeit war gefüllt mit Vergnüglichem. Corona, Corona, du hast unsere Normalzeit zerstört!

Es wird besser. Das Coronavirus ist unter Kontrolle. Die Normalzeit ist nicht mehr fern.
Halt, Stopp! Corona, Corona, du bist zurück und die Normalzeit ist wieder weit weg.

Was ist eigentlich normal? Wenn wir Zeit so akzeptieren, wie sie ist, ist die Corona Zeit eine Normalzeit.
Unser Leben hat sich verändert. Maske tragen ist nicht schlimm. Wir haben uns daran gewöhnt. Abstand halten ist üblich. Wir vergessen es nur noch selten.Jede Zeit, ist immer eine Zeit, in der wir leben. Heute leben wir in der Coro…

Weltbrand

Rauch über meinem Tisch
Aus Moria
Familie weg
Zelt weg
Frau rennt
Welt brenntRußan meinem Himmel
Aus Kalifornien
Sonne verhangen
Menschen bangen
Präsident pennt
Wald brenntRauch an meinem Weg
Aus einem Mülleimer
Gummi stinkt
Flamme winkt
Schlund zerfetzt
Tief verletzt
Welt im EimerNebel über meinem Morgen
Nun insWassermit den Sorgen
Zug um Zug
Nie genug
Und es zischt
Brand erlischt
WeltErfrischt
Neuer Tag
Will
Kommen(Gundula 9/2020)

Weglassen oder Bleiben?

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Was man alles weglassen kann:
Zeitung zum Frühstück
Milch im Kaffee
Sahne zum Kuchen
Wein zum Essen
Chips zum Bier
Schokolade beim Fernsehen
Was bleiben muss:
Kaffee zum Frühstück
Nachrichten im Fernsehen
Bücher zum Lesen
Freunde treffen
Spielende Kinder
Haustiere

Was man alles weglassen kann:
Waffen
Kriege
Krankheiten
Unwetter
Unfälle
Verbrechen
Was bleiben muss:
Träume
Liebe
Freundschaft
Feuerwehr
Polizei
Ärzte

Maria Eifrig, September 2020




Alle Knochen wissen es zu erzählen

Nun will der Herbst sein Regiment einführenEs ist zwar kühler, aber drückendDer Regen kann nicht wie er sollteAber alle Knochen wissen es zu erzählen,Dass es Änderungen geben wird.Ich kann ein Lied davon singen.Briefzeilen einer 100-Jährigen

Heimkehren

Eine Geschichte zum Schreibimpuls "Man kann heimkehren, wenn man denn begreift, dass ‚heim‘ ein Ort ist, an dem man noch nie war" (Zitat von Ursula K. Le Guin)*** 
Sie ist auf der Flucht, bleibt nie lange an einem Ort. Hat keine Freunde, keine Verwandten, ist ganz allein.
Schon manchem Baum hat sie ihre Geschichte erzählt. Bäume sind verdammt gute Zuhörer - unterbrechen nicht, kritisieren nicht, hören zu, mehr nicht.

Sie ist zufrieden, hat einen gut bezahlten Job, arbeitet gern, oft 10 bis 12 Stunden am Tag. Sie ist bei ihren Kunden beliebt, viel unterwegs. Leider hat sie wenig Freizeit, aber das macht ihr nichts aus. Ihr Freund arbeitet genauso viel.
"Wir sind glücklich!"

Dann lernt sie es kennen, das Covid-19.
"Verdammt, verdammt - ich hasse dich."
Erst stirbt ihr Freund, dann die Eltern.
"Covid-19, ich hasse dich."
Alle drei haben Wochen lang mit dem Tod gekämpft. Er hat gewonnen. Was für ein Verlust.
Wegen der Coronaregeln für Krankenhäuser durfte…

Es ist, wie es ist!

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Corona, Corona,
Du bist wieder da.
Du wolltest uns verlassen,
Wurdest schwächer.
Es wurde gelockert.
Endlich!
Feiern, feiern,
Viel zu eng, na und?
Urlaub, Urlaub,
Weit weg, na und?
Die Unvernunft siegt.
Schade!
Du kommst zurück.
Wirst wieder stark.
Schaffen wir es nochmal?
Was soll ich sagen?
Es ist, wie es ist!

Maria Eifrig, August 2020

Ein Foto, zu dem man schreiben könnte

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Es war einmal ein großes rotes Lastauto mit der Aufschrift: "Wir bewegen, was Sie bewegt"...
Elisabeth Klempnauer